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Romantitel: Sehnsucht nach Damals.                    Autor: Hubert Schablhofer

Die pensionierte Schulleiterin Marietta Wernig ist im World Wide Web auf Entdeckungsreise und lernt im Internet Chat zwei deutsche Frauen kennen. Mittels neuartiger Bild Telefonie freunden sich die drei an und schon bald entsteht der Wunsch, das Virtuelle- in ein reales Kennenlernen einzutauschen.
Die gewesene Oberlehrerin, die Millionärin Valerie Luisa Böhm und die praktische Ärztin Dr. Veronika Beck erlebten den 2. Weltkrieg mit all seinen Tiefen, wären jedoch trotz persönlicher Vor- Zwischen und nachkriegszeitlich leidvoller Erlebnisse bereit, an dieser, ihrer Jugendzeit noch einmal Anteil zu haben.
Im Rahmen eines Seniorentreffs intensivieren die drei Frauen ihre Freundschaft, frönen diverser Gemeinsamkeiten, die allesamt in jugendzeitlichen Erinnerungen kulminieren.
Die eine, die auf tragische Weise Jugendfreund und Freundin verliert und trostlose Jahre in einer Vernunftehe verbringt.
Für die andere ist die Zeit, in der sie von den Stiefeltern ausgenutzt, missbraucht- bis hin zur Wegnahme ihres Kindes gedemütigt, maßgeblich.
Die dritte schließlich verdankt ihren beruflichen Aufstieg der Zugehörigkeit zu einer aus heutiger Sicht höchst anrüchigen Organisation, in der sie sich als Hitlermädchen glücklich fühlte.
Bei einer gemeinsamen Almwanderung lernen die drei Freundinnen einen Buchautor kennen, der vorgibt, seine Kriegserlebnisse in einem autobiografischen Roman verewigt zu haben. Doch dann wird bei einer Leseprobe Widersprüchlichkeit festgestellt, wo am Ende der Romanschreiber klein beigeben muss, die Geschichte keineswegs selbst erlebt- sondern nacherzählt zu haben. Er nennt als Grund, von anderen durch seine körperliche Missbildung ständig gehänselt, zur Hebung des Selbstwertgefühls so gehandelt zu haben.
Der Möchtegernkriegsheld, der in Wahrheit ein naturwissenschaftliches Studium absolviert hat, findet schon sehr bald heraus, dass die drei Frauen eine ungewöhnliche Marotte verbindet. Trotz tragisch verlaufener Jugend hegen sie den Wunsch, noch einmal dahin zurückzukehren.
Der Psychologe beschließt daher, im Rahmen einer Ursachenforschung die widersprüchlich absonderliche Sehnsucht der drei Protagonistinnen in einer kollektivbiografischen Arbeit zu ergründen.
In verschiedenen Rückblenden erzählen die drei Frauen ihre Schicksalsjahre während- beziehungsweise nach dem 2. Weltkrieg und warum sie, trotz erworbenen Wohlstandes jene unselige Zeit gerne noch einmal erleben würden.
In einem abschließenden Epilog gelangt der Psychologo schlussendlich zur Einsicht, dass das Unterfangen, sich über das Gefühl der Gefühle den Kopf zu zerbrechen, und das Verlangen der drei, es möge Vergangenes noch einmal auferstehen folgerichtig einzuordnen, einer Fehleinschätzung unterliegt. Die eine, die als Hitlermädchen glücklich…
Die andere, die durch den Großvater reich geworden, und dank eines Brandmals ihre Tochter wieder gefunden …
Und die Dritte im Bund, ihrer Jugendliebe noch einmal zu begegnen…
Aus der Sicht des Psychologen betrachtet, eher ein zwiespältiges Verlangen.
Drei verschiedene Menschen, drei verschiedene Charaktere, drei verschiedene Schicksale auf der Suche nach dem verlorenen Glück.